Jungtiere aufziehen …

… heißt Verantwortungsvoll handeln

Möchte man sich selber oder für Bekannte Jungtiere Aufziehen, so liegt einiges an Verantwortung bei uns.
Es ist nicht „einfach“ ein Aufziehen der Jungtiere – Nein! Dazu gehört noch einiges mehr und Zeitaufwendig ist es durchaus auch.

Vom Ei bis zum Schlupf dauert es bei Archachatina Arten und auch bei der Liss. reticulata, 4 bis 6 Wochen.
Bei Veronicella sloanei, Caracolus sagemon und Limicolaria´s, dauert es vom Ei bis zum Schlupf nur etwa 2 bis 3 Wochen. Bei Lissachatina fulica kann es sogar nach wenigen Stunden schon soweit sein, spätestens aber nach 2 Wochen.

VORSICHT! Die Eier der Archachatina Arten dürfen nicht bewegt werden!!
Du kannst die Eier bei den Eltern lassen oder ganz Vorsichtig absammeln und in eine extra Dose/Box mit Substrat legen.

Sichtbares Ei durch Atemloch
Arch. m. suturalis bei der Eiablage
Arch. m. suturalis beim Schlupf

Sind die Wochen des Wartens rum, und die Minis fangen an zu Schlüpfen, ist die Freude erst noch groß. Aber nach 3 bis 4 Wochen fällt dir eventuell auf, dass die ein oder andere Schnecke vielleicht nicht weiter gewachsen bzw. nur rillig wächst und eher Inaktiv ist, so liegt es jetzt an uns, wenn man so sagen will „Natur zu spielen“. In der Natur würden diese Schnecken sterben, bei uns auch, allerdings dauert dieser Prozess bei uns meist länger. Im Prinzip kann man sagen, der Körper wächst weiter und das Haus bleibt klein.

Was tun wir also?

Wir Selektieren (Sortieren) die Krümmlinge, nicht weiter Wachsenden, Inaktiven Schnecken aus. Und dazu gehören für mich persönlich nicht kleinere Schönheitsfehler durch z. B. eine Verletzung, wo die Schnecke kurze Zeit eine „Naht“ mit Anbaut!! (Beispiel unten) –
Da hilft oft schon ein Heilerde Bad und reichlich Sepia! Dass erste mal Selektieren solltest Du, wenn die Kleinen etwa 4 Wochen alt sind. Das ganze Wiederholst Du alle 2 bis 3 Wochen, bis die Schnecken eine Größe von mindestens 4 cm haben und so Auszugsbereit sind.
Nicht wundern – wildfarbende und albinotisch Schnecken wachsen manchmal Unterschiedlich schnell. Deshalb Selektiere ich auch unter den Farben und Vergleiche z. B. keine creme Farbende mit einem albino Jungtier. Wichtig ist, dass sie alle einen schönen hellen gesunden Wachstumsrand haben.

HINWEIS! Bitte Schnecken niemals am Rand anfassen. Der ist noch ganz weich und kann sehr leicht abbrechen!

Wie Du das „erlösen“ handhaben möchtest, liegt bei dir. Man kann sie für mindestens 48 Std Einfrieren, ins Kochende Wasser Schmeißen oder manche Schneckenhalter zerdrücken sie. Was auch noch eine Möglichkeit ist, Du kannst sie als Futterschnecken abgeben. So hätten sie wenigstens noch ein nutzen! Das gilt natürlich auch für ein Übersehendes Gelege – auch Eier werden von einigen Tieren gern gefressen.

Selektieren ist leider Notwendig, wenn wir Gesunde Aktive Schnecken haben wollen!! Das muss dir bewusst sein,
BEVOR Du dir Schnecken anschaffst oder Schlüpfen lässt. Alles andere ist Verantwortungslos!

Möchte man keine Babys Aufziehen, so gilt dasselbe natürlich wie oben, auch für die Eier. Entweder frierst Du die Eier für mindestens 48 Std ein oder Zerdrückst sie, bevor sie im Bio-Müll landen, oder aber, man kann diese sogar zerdrückt den Schnecken als Futter anbieten.

vorher
nachher

Zwischen Foto 1 und 2, liegen 3 Wochen. Ich habe die verletzte Schnecke mit Heilerde und Thymian Tee „behandelt“. Die Badeschale habe ich 2x die Woche mit Tee und Heilerde befüllt. Zusätzlich habe ich die betroffene Stelle noch mit Heilerde schlamm eingeschmiert.
– Heilerde und Thymian Tee wirken Antibakteriell –

Es ist natürlich nicht immer eine Garantie dafür, dass es besser wird, aber ein Versuch ist es definitiv Wert! ❤

Ein klarer Fall für die Selektion…

Wachstumsschaden bei Achatschnecken

Leider anders als im oberen gezeigten Fall, hat sich dieses Schneckchen so stark am Mantel verletzt (ein Sturz), dass sie es nicht mehr Reparieren kann. (über mehrere Wochen hinweg!!! Trotz „Behandlung“ leider ohne Erfolg.) So eine Wachstumsstörung kann auch von falschen Bedienungen kommen, z.B. wenn die Erde zu nass- oder trocken ist. Auf den Fotos sieht man sehr gut, was mit „Körper wächst weiter, Haus bleibt stehen„, gemeint ist. Trotz Berührungen konnte sich die Schnecke nicht mehr in ihr Häuschen zurück ziehen. Der Fuß ist deutlich größer, als im Haus noch Platz ist. Leider ein klarer Fall für die Selektion.